Prost, Cheers und Gläser klirren

Richtig anstoßen. Weinknigge für das Zuprosten.

Prost! Bei fast jedem Lunch oder Dinner lassen die Leute gerne Ihre Gläser erklingen. Ein schöner, alter Brauch – aber häufig unangebracht. Denn nur mit Wein, Champagner oder Sekt wird angestoßen (Ausnahme: Bier bei Volksfesten), nicht aber mit Longdrink-, Milchkaffeegläsern oder Tassen aller Art. Und falls Sie gar kein Alkohol trinken wollen, darf der natürlich jederzeit abgelehnt werden, selbst vom Gastgeber. In dem Fall dann aber bitte nicht mit Ihrem Wasserglas an die anderen Weingläser anstoßen. Fauxpas.

Bei Geschäftsessen wird heute sogar ganz darauf verzichtet. Vornehmer ist es, das Glas lediglich anzuheben, sich zuzunicken und zuzuprosten: Cheers!

Wo kommt der Brauch des Anstoßens her?

Das Anstoßen und Zuprosten gibt es in nahezu allen Kulturkreisen dieser Welt. Seinen Ursprung hat es aber im dunklen Mittelalter. Damals kam es durchaus vor, dass man einen unliebsamen Zeitgenossen vergiftete, vorzugsweise Könige, sie tranken vergifteten Wein. Aber auch der kleine Mann konnte sich im Wirtshaus nicht ganz sicher sein, insbesondere wenn er viele Feinde hatte.

Der König löste das Problem durch seinen Mundschenk, beziehungsweise Vorkoster. Raffte den der Testschluck nicht dahin, hob auch der Herrscher das Glas (nicht immer erfolgreich, manch kluge Attentäter vergifteten stattdessen des Königs Becher). Durch kräftiges Anstoßen schwappte immer auch etwas Flüssigkeit über, die Getränke vermischten sich und damit auch das Gift.

Die zweite Erklärung lautet so:

Erhob der König endlich sein Glas, wurde dies durch Pauken und Trompeten angekündigt.

Motto: Jetzt geht’s los! Das heutige Anstoßen und Zuprosten mit dem obligaten Klirren der Gläser ist damit praktisch ein Überbleibsel des musikalischen Tamtams am damaligen Hofe.

Richtig anstoßen. Gibt es einen Knigge dafür?

Aber gibt es deshalb so etwas wie einen Knigge fürs Anstoßen?

Die Antwort: Jein. Feste Regeln im Sinne von nur-so-ist-es-richtig gibt es diesbezüglich nicht. Aber es existieren durchaus ein paar Konventionen dabei, die zumindest den Laien vom Könner unterscheiden. Folgendes sollten Sie also beim Anstoßen beachten:

  •  Weingläser werden stets am Stiel angefasst oder im unteren Drittel. Sonst klingen sie auch nicht.
  • Stoßen Sie die Gläser niemals am oberen Rand zusammen, das ist der schwächste Punkt, sozusagen die Sollbruchstelle. Die Gefahr, dass es Scherben gibt, ist hier einfach zu groß. Und diese Scherben bringen kein Glück, nur Flecken.
  • Optimal ist es, die Gläser in einem Winkel von 10 Grad zu halten und am Bauch mit einem sanften *Ding* aneinander zu stoßen.

Alles klar? Dann viel Spaß beim nächsten privaten Treff in netter Runde oder einem angenehmen und erfolgreichen Geschäftsessen.

 

 

 

 

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